Ätherische Öle |
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Ätherische Öle sind weit verbreitete
sekundäre Stoffwechselprodukte von Pflanzen. Rein chemisch werden diese in die Klasse der flüchtigen
Kohlenwasserstoffverbindungen eingeordnet. Meist werden sie in bestimmten Pflanzenzellen gespeichert, oder
z.B. über Drüsenhaaren oder Drüsenzellen ausgeschieden. So können ganze Sekretbehälter durch Auflösen von
Zellen oder durch Zurückweichen von Mittellamellen entstehen. Mit bloßem Auge lassen sich diese z.B. sehr
gut beim Johanneskraut erkennen. |
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Üblicherweise werden ätherische Öle durch Destillation mit Wasserdampf
gewonnen. Das wohl bekannteste Öl ist das Menthol. Heute ist die japanische Varietät der Acker-Minze (Mentha arvensis var. piperascens), die
auch als Japanische Pfefferminze bekannt ist, einer der Hauptlieferanten für Menthol. Die echte Pfefferminze entstand übrigens
in England 1696 aus einer Kreuzung aus Wasserminze (Mentha aquatica) und der Grünen Minze (Mentha spicata). Die wildwachsenden
Verwandten wie Acker-Minze, Wasser-Minze und Roß-Minze sind in Duft und Geschmack der echten Pfefferminze weit unterlegen. |
Mentha arvensis - Acker-Minze |
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Für die Pflanze erfüllen die ätherischen Öle zwei wichtige Funktionen. In den
Blättern steht eindeutig die Abwehr und Abschreckung von Fraßfeinden im Vordergrund. Zu dieser Kategorie zählt auch der für Menschen giftige
Campher. Im Bereich der Blüte dienen die flüchtigen Öl-Substanzen als Lockstoffe um den bestäubenden Insekten den Weg zu Nektar und Pollen
zu weisen. Eine für ihren intensiven Duft nach Zimt und Zitrone bekannte Pflanze ist der Diptam (Dictamnus albus). Während der Reifezeit geben
die Früchte soviel ätherisches Öl ab, dass es bei heißer Witterung zu einer Selbstentzündung kommen kann. Diesem Phänomen verdankt der Diptam
den Beinamen - der brennende Busch - eine Anspielung auf die berühmte Bibelszene. |
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 Dictamnus albus - der Diptam |
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Für die medizinische Wirkung ist oft die pflanzenspezifische Kombination der ätherischen Öle mit
weiteren Inhaltsstoffen entscheidend. Im allgemeinen sind ätherische Öle antimikrobiell d.h. wachstumshemmend bei Bakterien und Pilze, wirken reizend und schleimlösend im Bereich der Atemwege, haben eine appetitanregende Wirkung und sind krampflösend.
Eine gewisse Sonderstellung nehmen die ätherischen Öle des Baldrians (Valeriana officinalis) ein. Die beruhigenden Wirkstoffe des Baldrians
werden aus der getrockneten Wurzel gewonnen. |
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Valeriana officinalis - der Baldrian |
Auch für die Küche sind viele Kräuter mit
ätherischen Ölen eine Bereicherung. So wäre heutzutage eine Pizza ohne Oregano sicher sehr schwer vorstellbar. Der
bei uns wachsende Origanum vulgare (Gewöhnlicher Dost) ist jedoch nur bedingt für den Einsatz in der Küche geeignet. Die wichtigsten
Anbauregionen des Oregano sind Italien, Griechenland und Mexiko. Weitere Pflanzen mit ätherischen Ölen sind die
Schafgarbe, Fenchel, Wermut, Melisse, Salbei, Kümmel, Kamille, Anis, Lavendel, der australische Teebaum (Teebaumöl), Krokus (Safran) und
viele andere. |
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Origanum vulgare - Gewöhnlicher Dost |
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