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Gerbstoffe

         

Eine Pflanze hat einen entscheidenden Nachteil gegenüber pflanzenfressenden Tieren. Sie kann nicht davonlaufen. Dafür kann sie aber schlecht schmecken. Gerbstoffe zählen zu den Substanzen, die einen unangenehmen Geschmack hinterlassen. Gerbstoffe schützen auch vor mikrobieller Zersetzung und Fäulnis z.B. in Samenschalen, älteren Holzzellen und in der Rinde.

         
Ajuga reptans - der kriechende Günsel  

Für uns Menschen haben Gerbstoffe eine weitere wichtige physiologische Eigenschaft. Sie fällen und binden Eiweißstoffe der Haut. Beim Gerben von Tierhäuten wird die Fähigkeit zur Vernetzung von Proteinketten genutzt um stabiles Leder herzustellen. Die pharmazeutische Wirkung der Gerbstoffe beruht auf dem gleichen Prinzip. Durch das "Härten" von Epidermiszellen der Haut werden Bakterien Eiweißstoffe entzogen, die Oberfläche verdichtet und Erneuerungsprozesse der Haut unterstützt. Gerbstoffe wirken daher zusammenziehend und entzündungswidrig und werden eingesetzt bei entzündeten Schleimhäuten (Magen, Darm, Mund und Rachenraum) und bei oberflächlichen Verletzungen der Haut (Wundheilung, Blutstillung, leichten Frostschäden und Verbrennungen).

Ajuga reptans
Kriechender Günsel

       

Die Pflanze mit den höchsten Konzentrationen an Gerbstoffen ist die Eiche. Für pharmazeutische Zwecke wird nur Rinde verwendet die keine Borke besitzt - d.h. die Rinde jüngerer Zweige. Beide Eichenarten (Quercus robur - Stiel-Eiche und Quercus petraea -Traubeneiche) sind gleichermaßen geeignet. Bei entzündeten Augen, offenen Beinen, nässenden Ekzemen helfen Umschläge mit Eichenrinden-Abkochungen.
Selbst das Bundesgesundheitsamt empfiehlt den Einsatz bei vermehrter Fußschweißsekretion.

  Eiche

Quercus robur - die Stieleiche

       

Eine weitere offizinelle Pflanze mit Gerbstoffen ist die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). In getrockneten Zustand sind die Heidelbeeren ein hervorragendes Mittel bei Durchfällen, besonders bei Kleinkindern. Im frischen Zustand rufen die Heidelbeeren eher das Gegenteil hervor. Beachtung findet auch der blaue Farbstoff, der nach neuester Ansicht Bakterienwachstum hemmen soll (ähnlich wie bei Rotwein, der Blutwurz und der roten Beete). Heidelbeeren haben zudem einen hohen Gehalt an Mangan, Chrom und Vitamin C (22mg/100 g frische Beeren).

  Heidelbeere
       

Vaccinium mytillus - die Heidelbeere

Die Blutwurz (Potentilla erecta) ist bekannt für ihren hohen Gerbstoffgehalt der Wurzel (bis zu 22%, vornehmlich Catechingerbstoffe u.a das Tomentillrot). Schneidet man die Wurzel durch, so verfärbt sich die Schnittstelle in kurzer Zeit von Weiß nach Rot. Das Tomentillrot ist antibakteriell und führt zusammen mit dem Gerbstoff Tannin zu einer entzündungs-hemmenden Wirkung. Äußerlich wird es angewendet zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund und Rachenbereich, innerlich bei Blähungen und Durchfällen.

  Die Blutwurz
       

Potentilla erectus - die Blutwurz

Weitere Pflanzen mit Gerbstoffen als wichtigstem Inhaltsstoff: Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina), Walnuß (Juglans regia), Kriechender Günsel (Ajuga reptans), Schlangenknöterich (Polygonum bistorta), Echte Nelkenwurz (Geum urbanum), Wiesenklee (Trifolium pratense), Gewöhnliches Eisenkraut (Verbena officinalis), Kleine Brunelle (Prunella vulgaris), Hasenklee (Trifolium arvense), Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) und Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum).

  Blut-Weiderich
       

Blut-Weiderich - Lythrum salicaria