Das Kreuzblümchen - leicht zu übersehende Farbenpracht |
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Die fünfte Woche nach Ostern wird von Christen als
Kreuzwoche bezeichnet. In dieser Woche finden oft Prozessionen mit Kreuzen und Fahnen in Feld und Flur statt. In der
religiösen Gemeinschaft werden Litaneien gebetet und in Fürbitten um eine gute Ernte ersucht. In dieser Zeit blüht
die Kreuzblume - eine oft übersehene kleine, aber sehr hübsche Pflanze, die mit ihrer Blüte an die typischen
Blüten der Schmetterlingsblütler erinnert. |
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Ähnlich wie die Schmetterlingsblütler sind die Staub- und
Fruchtblätter umhüllt von einem Paar großer Blütenblätter. Diese werden als Flügel bezeichnet und bestehen jedoch bei der
Kreuzblume aus blütenähnlichen gefärbten Kelchblätter. Die ganze Blüte wird vervollständigt von drei Kronblättern, so dass
die eigentliche Blüte der Kreuzblumen das Ergebnis einer Kombination aus Kelch und Blütenblättern ist.
Ihren deutschen Namen verdankt die Kreuzblume ihrer Blütezeit in der christlichen Kreuzwoche. Der
wissenschaftliche Name hat griechische Wurzeln mit poly=viel und gala=Milch und stammt aus der
Antike. So soll nach Plinius eine Verzehr der Pflanze beim Vieh zu mehr Milchproduktion geführt haben. Wie diese Wirkung
gemessen wurde und ob das Vieh auf magere Weiden mit größeren Beständen von Kreuzblumen extra getrieben wurde, dass erscheint
unwahrscheinlich und eigentlich recht unglaubwürdig. |
Gewöhnliche Kreuzblume (Polygala vulgaris) |
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Die Gewöhnliche Kreuzblume (Polygala vulgaris) ist im Süden Deutschlands
sehr häufig auf nährstoff- und basenarmen sauren Böden zu finden. Sie gilt zu recht als Magerkeitszeiger und bevorzugt sandige - lehmige
Böden. Polygala vulgaris kann in mehrere Unterarten unterschieden werden - dabei kann die Blütenfarbe variieren von violett bis blau. Meistens
findet man jedoch die Unterart ssp. vulgaris mit einem intensiven blauen Blütenstand. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist, neben dem mageren
und saueren Standort, eine deutliche Ausbildung von Nervenmustern auf den Flügeln. |
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Schopfige Kreuzblume (Polygala comosa) |
Auf meist kalkhaltigen Böden (und daher im Odenwald bis auf die Bergstraße fast völlig fehlend) wächst die Schopfige Kreuzblume (Polygala comosa). Der
traubige Blütenstand ist eng gedrängt und weist eher eine rötliche und violette Farbe auf. Das Nervenmuster auf den Flügeln ist undeutlich und weniger ausgeprägt als bei der Gewöhnlichen Kreuzblume. Beide Arten sind
jedoch relativ häufig, aber meist leicht zu übersehen auf mageren Wiesen und Weiden. Dagegen sehr selten und in Baden-Württemberg nur auf der schwäbischen Alb vorkommend ist die Buchs-Kreuzblume (Polygala chamaebuxus). |
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Buchs-Kreuzblume (Polygala chamaebuxus) |
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